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Der chinesische Rassestandart nach einem
Handschreiben der Kaiserwitwe TZU HSI
Das Löwenhündchen sei klein; um seinen Hals trage es eine Krause, aufgebläht
von Würde; über den Rückentrage es die üppig, wogende Standarte;
sein Gesicht seie schwarz und mit Haaren bedeckt, die Stirn gerade und nieder, wie
die eines Boxers. Die Augen, groß und leuchtend, die Ohren wie die Segel einer
Kriegsdschunke getragen. Die Nase gerade, wie die des Affengottes der Hindus. Die Vorderbeine
seien gebogen, so das es keine Lust verspüre, sich weit zu entfernen, oder die
kaiserliche Residenz zu verlassen. der Körper sei geformt, wie der eines jagenden
Löwen, der Beute sucht.
Die Füße seien reich behaart, so, dass seine Schritte geräuschlos seien.
Er soll lebhaft sein und mit seinem Spielen für Unterhaltung sorgen. Scheu soll
er sein, damit er sich nicht selbst in Gefahr begibt. Zahm, damit er in Freundschaft
mit andern Tieren leben kann, auch mit den Fischen und den Vögeln, die im Schutze
des Palastes leben. Die Farbe sollte die eines Löwen sein, ein güldenes Zobelfell,
das im Ärmel eines gelben Kleides getragen werden kann. Sie kann aber auch die
eines roten oder schwarz-weißen Bären sein oder gestreift wie ein Drache,
so, das sie immer zu den kaiserlichen Kleidern passt. Er soll seine Ahnen verehren
und an jedem neuen Mond, soll er Opfergaben zum Hundefriedhof der verbotenen Stadt
bringen. Er soll sich würdig verhalten und er soll lernen, die ausländischen
Teufel sofort zu beißen. Vornehm soll er bei der Ernährung sein, damit man
ihn am verwöhnten Gaumen als kaiserlichen Hund erkennt. Haifischflossen, Brachvogelleber,
Wachtelbrust - damit darf er gefüttert werden. Zu trinken soll er einen Tee bekommen,
der aus den Frühlingsknospen des Busches gekocht wird, der in der Provinz Hankow
wächst, auch kann ihm die Milch der Antilopen gereicht werden, die in den kaiserlichen
Gärten grasen. Auf diese Weise soll er seine Eigenheit und seinen Stolz bewahren.
Wird er krank, soll er mit dem gekochten Fett aus dem Bein eines heiligen Leoparden
gesalbt werden und als Getränk, soll er den Saft des Rahmapfels bekommen - so
viel, wie die Eierschale der Singdrossel fasst. Darin seien zuvor, drei Prisen des
Nashorn aufgelöst. Man trage scheckige Blutegel auf ihn auf und lasse ihn ruhen.
Wenn er stirbt, so denke daran:
AUCH DU BIST STERBLICH

Der Pekingese, unser kaiserlicher Freund!
Wie soll man einen Pekingesen beschreiben? Es wurde schon soviel über ihn geschrieben!
Der Pekingese ist immer noch eine "Rarität" unter den Hunden, nicht
nur im Aussehen, sondern auch von seinem Charakter und Verhalten her.Die Bewegung,
majestätisch löwenhaft und auch der Kleinste dieser Spezies zeigt "Löwenmut".
Er ist ebenso liebenswürdig wie eigenwillig und dafür bekannt, dass jeder
der ihm missfällt, blitzschnell gezwickt werden kann. Es ist kein Geheimnis, aber
dieser kleine Asiate kann recht "giftig" werden, wenn ihm jemand krumm kommt.
Ungerechtigkeiten oder Misshandlungen werden nicht vergessen und bestechen, lässt
er sich erst recht nicht. Seiner Familie oder seinen Freunden gegenüber ist er
freundlich und ab und zu kann er auch zärtlich schmusen. Aber nur, wenn es ihm
passt. Er kann uns zum lachen bringen, ist aber nie der Hofnarr. Denn ein Pekingese
ist kein Schoßhündchen, das uns amüsieren soll, sondern eine Persönlichkeit
mit eigenem Kopf. Mit "sitz, platz oder bei Fuß" braucht man ihm gar
nicht zu kommen. Wenn Befehleseiner Logik nicht entsprechen, werden sie nicht ausgeführt.
Zweifellos, steckt viel asiatische List in diesem kleinen Kerlchen und er dirigiert
seinen Menschen genau dort hin, wo er ihn hin haben möchte und nicht umgekehrt.
Wenn man sich mal die Zeit nimmt und mit seinem kleinen "Löwen" durch
dieStadt geht, wird man bemerken, wie viele Menschen diesem schönen Tier hinterher
schauen. Er genießt es, bewundert zu werden und zeigt sich dann von seiner allerbesten
Seite. Wenn Fremde ihn ansprechen, bewegt er würdevoll seine Rute. Er weiß
genau, dass er etwas Außergewöhnliches ist und so verhält er sich auch.
Er ist eben ein außergewöhnlicher Hund, für außergewöhnliche
Menschen! Der Pommeranier wird der "König der Kleinhunde" genannt. Der
Pekingese aber. ist ein "KAISERLICHER FREUND", der unser Leben begleitet
und sein Leben für seinen geliebten Menschen geben würde.
I. Johnson
veröffentlicht 2002 in "Unser Rassehund"
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